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Island - Iceland 2012

Antjes Reiseskizzen

 

Island-Reisen - wir reisen gerne mit:

 
 

1. Tag:

Hochtemperaturgebiet
Krýsuvík - Seltún

 

 

Noch am selben Abend unserer Ankunft in Island entführte uns Matthias, unser Reiseleiter, in das Hochtemperaturgebiet Seltún mit Dampf- und Schlammquellen. Die Temperaturen übersteigen hier in 1000 m Tiefe 200 ° C.  Damit begann das „Abenteuer Island“ in beeindruckender Weise.

 

 

 

 

Hier gibt es Fotoserien dazu.

Bitte auswählen und auf eines der Bilder klicken.

 

 

 

Island I

Island II

Island III

 

2. Tag:

Von Reykjanes über Þingvellir/Geysir/Gullfoss
zum Kerlingarfjöll

 

 

Am nächsten Tag ging es frühmorgens weiter. Unser erstes Ziel war der Þingvellir-Nationalpark. Hier übte der Þhingvallavatn, der größte See Islands, eine sehr melancholisch-meditative Stimmung auf mich aus, in der ich gerne verweilt und ihr nachgelauscht hätte und ich freue mich, dass ich diese Stimmung in meiner Erinnerung wieder wachrufen kann.

Unser besonderes Augenmerk galt der altisländischen Thingstätte Þingvellir, der Ebene der Volksversammlung. Hier fand das erste Althing (Zusammenkunft/Versammlung) im Jahr 930 statt. An dieser Stätte wurden Streitigkeiten geschlichtet, Gesetze erlassen, Recht gesprochen und Urteile gefällt. Þingvellir hat noch heute die Bedeutung eines nationalen Heiligtums und zuletzt fanden hier am 17. Juni 1994 die Feierlichkeiten zur 50-Jahr-Feier zur Gründung der Republik Island statt.

Nach dieser Sehenswürdigkeit ging unsere Reise weiter in das Geothermalgebiet Geysir, wo wir mit Staunen und Interesse die explosionsartigen Ausbrüche des Geysirs Strokkur (Butterfass) verfolgten: Ich hatte den Eindruck, als begänne das Wasser in dem Quelltopf  leicht zu köcheln, dann steigen größere Dampfblasen auf und schließlich wölbt sich die Wasseroberfläche bis es zur Explosion kommt glockenförmig auf und um dann im Bruchteil einer Sekunde explosionsartig nach oben zu schießen. Danach fließt das Wasser wieder in den Quelltopf zurück und nach wenigen Minuten wiederholt sich das Schauspiel.

Unsere Tagesreise ging weiter  und führte uns zu dem mächtigen Wasserfall Gullfoss, den goldenen Wasserfall, den wir nicht im goldenen Sonnenlicht erleben konnten. Sein ohrenbetäubendes Tosen während seines Herabstürzens in die 32 m tiefe Schlucht durchwühlte uns jedoch bis in Mark und Bein.

In diesem Zustand entführte uns Matthias in das wüstenartige Hochlandplateau. Über Stunden hinweg führte uns unser Weg über eine geschotterte Straße. Unser Tagesziel war das Geothermalgebiet Kerlingarfjöll und alles Durchgeschüttelt-Werden auf dieser Hochlandpiste konnte unsere Island-Reise-Freude nicht trüben, leuchteten ja gleichzeitig  zu beiden Seiten unseres Weges auch die Gletscher Langjökull im Westen und Hofsjökull im Osten und darüber hinaus schien hier alles unendlich weit zu sein.

Nach Ankommen, Auspacken und Abendessen auf „unserer“ Hochlandhütte belohnte uns die untergehende Abendsonne mit ihrem goldenen Licht.

  
3. Tag:

Wanderung ins Geothermalgebiet Kerlingarfjöll

 

 

Noch im Morgennebel, stiegen wir auf zu einer spannenden Wanderung ins Kerlingarfjöll, das sich jedoch bald im strahlenden Sonnenlicht in seiner ganzen beeindruckenden Vielfalt zeigte: Bunte Sinter- und Schwefelablagerungen, und das ohnehin farbige Rhyolith-Gestein wechselten ab mit schneegefüllten Senken, leuchtend grünen Moosen, Diamant bestückten Gräsern und dazwischen dampft und brodelt es aus der höchst lebendigen Erde.  Nach dieser wundervollen Wanderung, während derer wir unsere Kräfte zu stählen begannen, führte uns unsere Reise wieder hinunter auf die grüne Halbinsel Tröllaskagi, wo wir noch vor Bezug unseres neuen Quartiers die herrliche Einrichtung eines isländischen Hot-Pots kennen und schätzen lernten. Der Hot-Pot gehört in der Regel zu einem Schwimmbad, meistens ist er  gespeist mit natürlich heißem Wasser zwischen 36°  C und 44° C. Er bietet die Gelegenheit, richtig zu entspannen, aber auch über Gott und die Welt zu plaudern und Kontakte zu knüpfen.

 
  
4. Tag:

Zur Walbeobachtung nach Dalvik

 

 

Heute fuhren wir nach Dalvik, das nach dem so genannten Dalvik-Erdbeben 1934 zusammen mit der nachfolgenden Flutwelle fast völlig zerstört und danach aber wieder neu aufgebaut worden war.

In Dalvik besichtigten wir zunächst das Städtchen, bevor wir mit dem ehemaligen Fischkutter Draumur ausliefen, um an einer 4-stündigen Walbeobachtung teil zu nehmen. Am Ende des Tages waren wir ganz erfüllt von all dem Gesehenen und Erlebten. Es war nicht nur so besonders, den Walen bei ihrem geschmeidigen Gleiten durch das Wasser zu zuschauen, einen sehr schönen Anblick boten auch das Meer mit den umliegenden Bergen, überglänzt vom Licht der Sonne. Und am Ende der Reise durften sich einige Passagiere sogar auch noch im Hochseeangeln versuchen, in deren Verlauf tatsächlich aus ca. 30 m Tiefe acht  Fische geangelt wurden, die noch an Bord vom Kapitän filetiert, angekommen im Hafen gegrillt und dann als Kostprobe an alle Teilnehmer verteilt und gemeinsam verspeist wurden.

  
5. Tag

Über den Godafoss zum Mývatn

 

 

Unser nächstes Reiseziel führte uns in das Gebiet des Mývatn (Mückensee). Unterwegs besichtigten wir das Torfgehöft Laufás, wo wir uns einen Einblick verschafften, wie die Menschen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts lebten. 

Den nächsten Halt machten wir am Godafoss, am  Götterwasserfall, ein weiterer der großen und gleichzeitig auch  Mythen umwobenen Wasserfälle. Die tosende Gewalt herabstürzender Wassermassen riss uns wieder in ihren Bann.

Beeindruckend waren für mich aber ebenso diese wunderschönen Gesteinsgebilde der gegenüber liegenden steil abfallenden Felsenwand, die das Flussbett begrenzt. Ahnungsweise erinnerten sie mich an die Kapitelle griechischer Tempelsäulen. Die Bilder begleiteten mich bis zu unserer Ankunft am Mývatn.

 
  
6. Tag

Hochtemperaturgebiet von Námaskard,
die Krafla und Mývatn

 

 

Wir betreten heute mit unseren Füßen das Solfatarengebiet, das Hochtemperaturgebiet von Námaskard, jedoch nicht nur mit unseren Füßen, sondern mit allen unseren Sinnen: Unsere Nasen erfüllen sich mit dem beißenden „Duft“ von faulen Eiern und Schwefeldioxid, das Fauchen der aus der Erde austretenden heißen Dämpfe erfüllt unsere Ohren, mit unseren Händen können wir die Wärme der Erde erfühlen und eine Vielfalt an Farben bietet sich einmal mehr unseren Augen und dazu immer wieder die Weite der isländischen Landschaft.

Nach diesem Erlebnis fahren wir nur wenige Kilometer weiter zum Vulkan Krafla, der zur aktiven Vulkanzone Islands gehört. Hier besteigen wir den Námafjall, was so viel bedeutet, wie Minenberg. Der bei einem Vulkanausbruch entstandene Kratersee erfreut unser Auge mit den schönsten Blau- und Silbertönen.

In der untergehenden Sonne beschließen wir mit einer Abendwanderung am Mývatn den wieder einmal so erlebnisreichen Tag. Eine meditative Stille hüllt diese Landschaft ein und lässt unsere Seelen zur Ruhe kommen.

  
7. Tag

Im Jökulsárgljáfur-Nationalpark

 

 

Der Besuch des Jökulsárgljáfur-Nationalparks mit dem größten Wasserfall Europas, dem Dettifoss stand heute auf unserem Programm. Ich ahnte bei unserem Aufbruch nicht im Geringsten, mit welchen Naturgewalten ich heute Bekanntschaft machen sollte.

Auf dem Weg zum Dettifoss zog mich bereits die canyonartige Schlucht des Gletscherflusses Jökulsá á Fjöllum in seinen Bann, die größte Schlucht Islands, eingefräst in das Lavagestein über eine Länge von 25 km, die Breite beträgt 300 m und in der Tiefe 120 m. In dieser Schlucht liegen die vier Wasserfälle, der Dettifoss, Selfoss, Hafragilsfoss und der Réttarfoss.  Als erstem nahten wir uns dem mächtigsten, dem Dettifoss, der größte Wasserfall Europas. Ich muss sagen, dass ich mich mit all’ meinen Kräften bemühte, die dahin stürzende Gewalt des Geröll und Sand vom Vatnajökull-Gletscher mit sich führenden Wassers zu empfinden, das ewig Lebendige und Strömende des Wassers, das beständige Hinabstürzen der Wasserfälle. Es war für mich ein tief greifendes Erlebnis, diese Wasserfälle zu erleben, dort zu sitzen und wieder einmal mit allen Sinnen zu lauschen.

  
8. Tag

Húsavík und Kap Raudinúpur

 

 

Nach den atemberaubenden Erlebnissen im Jökulsárgljáfur-Nationalpark heute ein wahres Kontrastprogramm: Unsere erste Station war das Hafenstädtchen Húsavík, das den lichten und leichten Zauber eines Städtchens am sommerlichen Polarmeer ausstrahlte.

Unser Tagesziel jedoch war das Kap Raudinúpur, der nördlichste Punkt Islands, von dem aus wir sozusagen imaginär den Polarkreis vor uns sahen. Einsamkeit, Verlassenheit, Herbheit, Stille und unendliche Weite empfingen mich; die andere Seite Islands, die ich so sehr schätzen lernte.

 
  
9. Tag

Auf der Halbinsel Langanes

 

 

Einhüllender Nebel, zeitweise von der entfernten Sonne durchlichtet, sanfter Nieselregen, das weite Polarmeer, Steilklippen schroff abfallend, jedoch das Auge bezaubernd in ihrer Farbigkeit und direkt zu unseren Füßen immer wieder „kleine Kostbarkeiten“, das alles und noch mehr erwartete uns auf unserer sechsstündigen Küstenwanderung auf der Halbinsel Langanes. Für mich war es einfach nur schön, aufregend und Kraft spendend all´ diese Naturwunder wahrzunehmen, in die Zartheiten der wechselnden Lichtstimmungen einzutauchen, um dann wieder an der Farben- und Formgewalt der Klippen aufzuwachen. 

 
  
10. Tag

Torfgehöft Bustarfell,
Hellisheidi, Hróarstunga

 

 

Kap Raudinupur im Norden Islands haben wir verlassen und befinden uns jetzt auf dem Weg zu den Ostfjorden Islands. Auf dem heutigen als Museum erhaltenen Torfgehöft Bustarfell, erleben wir die schrittweise Entwicklung dieser sechs kleinen Torfhäuschen an die Moderne; bis 1969 war das Gehöft bewohnt.

Nachdem wir uns in dem liebevoll geführten Museumscafé gestärkt hatten, führte uns Matthias bei teilweise dichtem Nebel, einer miserablen Straßenbeschaffenheit und Steigungen bis zu 14 %  wie gewohnt sicher über die Hellisheidi, die höchste Passstraße Islands hinunter nach Husey, gelegen in der Landschaft Hróarstunga, einer weiten Schwemmebene.

 
  
11. Tag

Husey

 

 

In Husey ließen wir für einen Tag nach der Fülle des Erlebten „unsere Seele baumeln“.  Am Vormittag genossen wir „auf dem Rücken der Pferde“ einen Ausritt durch die weite Ebene. Ausgestreckt auf Sofas bei heißem Tee, Gebäck und schönen Gesprächen erholten wir uns von den vielen, vielen Eindrücken. Am Abend wie so oft, ein letzter kleiner Rundgang.

 
  
12. Tag

Hengifoss, Ostforde

 

 

Von Husey über Egilsstadir entlang dem „See des Lagarfljot“ führte uns unsere Reise zum dritthöchsten Wasserfall Islands, dem Hengifoss. Auf unserem Weg hinauf bewunderten wir zunächst „seinen kleinen Bruder“, den Litlanesfoss. Ich empfand ihn malerisch umrahmt von eindrucksvollen Formationen aus Säulenbasalt, die mich an den Bau einer Kathedrale erinnerten.

Wie herrlich zeigte sich oben angekommen der Hengifoss: Eingebettet in einen hufeisenförmigen Kessel, in dem die rot-schwarz gefärbten Bänder eisenhaltigen Gesteins und schwarzer Braunkohleflöze im Sonnenlicht aufleuchteten, war er eine wahre Augenweide. So hatte sich auch dieser Aufstieg gelohnt, hatten wir doch auch gleichzeitig prächtige Ausblicke in die Umgebung, bis hin zu Islands und Europas größtem Gletscher, dem Vatnajökull.

Wieder im Auto führte uns Matthias in die ruhige Welt der Ostfjorde, unserer nächsten Reiseetappe. 

  
13. Tag

Jökulsá í Lóni

 

 

 

Alle drohenden Wolken hatten sich über Nacht verzogen, Sonnenschein und blauer Himmel luden uns ein, auf vielfältigen Wegen den Skaftafell-Nationalpark zu erwandern.

 Auch hier: einer der vielen Wasserfälle Islands und „zur Feier des Tages“ hatte sich malerisch ein Regenbogen dazu gesellt.

Der Gletscherflusses Jökulsá í Lóni zeigte sich in seinem sattesten Blau und angekommen am Fjord tauchten wir ein in die Fluten von Blau und Silber.

Nach diesem „Bad in Blau und Silber“ führte uns unser Weg weiter zum Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung. Sie führte uns in eine bezaubernde Landschaft: Bunte Berge aus Rhyolithgestein, grüne Bewaldung, das weite Delta des Gletscherflusses – Schönheit über Schönheit, wohin das Auge schaute.

  
14. Tag

Skaftafell, Svartifoss

 

 

Bei strahlend blauem Himmel machten wir uns erneut auf zu einer Wanderung in den Skaftafell-Nationalpark. Unser erstes Ziel war der Svartifoss, der schwarze Wasserfall, so benannt wohl wegen der schwarz-braunen Basaltsäulen, über die er hinunter stürzt. Und welch ein Glück hatten wir: In einer schwarz-braun-rötlichen Farbenpracht leuchteten uns die an Orgelpfeifen erinnernden Basaltsäulen entgegen, herrlich überströmt von einem glasklaren Wasserfall – ein weiteres Wunderwerk der Schöpfung.

Gänzlich erfüllt von so viel Schönheit führte uns unser Weg über den Svartifoss weiter hinauf: Der Nyrdr-Hnaukur, ca. 900m hoch war unser Ziel. Hundertfältig belohnt mit den schönsten Naturbildern wurden wir auf dieser Wanderung, die alle unsere Kräfte heraus forderte. Denn wie so oft in Island hatte sich das Wetter innerhalb weniger Minuten vollkommen verändert: Ein Sturm  war aufgekommen. Am Himmel wechselten in schneller Folge strahlendes Blau, dunkle geballte Wolken, Nebel, Wolkenfetzen und wieder strahlendes Blau. Der Sturm packte beim Vorwärtsgehen das frei schwebende Bein und brachte uns auf diese Weise immer wieder aus dem Gleichgewicht, was in dem teilweise doch sehr steinigen Gelände eine besondere Herausforderung mit sich brachte. Dennoch: alle Mühsal, alles „Hinaufkeuchen“ hatte sich gelohnt. Die Landschaft aus mächtig geformten Bergriesen, die Gletscherzungen, die weite Ebene des Gletscherflusses Skeiðará und die schroffen Bergabhänge alles zusammen war einfach von einer unglaublichen Schönheit.

  
15. Tag

Svinafellsjökull, Strand bei Jökulsárlón

 

 

Der heutige Tag war ganz dem Eis gewidmet: Auf dem Svinafellsjökull, einer Gletscherzunge des Vatnajökull begannen wir mit einer zweieinhalbstündigen Gletscherwanderung unter der äußerst sorgfältigen Führung des isländischen Berg- und Gletscherführers Einar. Als Erstes erhielten wir eine Einführung in die Handhabung von Steigeisen und Eispickel, die je nach Gefälle und Beschaffenheit der Eisoberfläche in unterschiedlichster Weise zu handhaben sind, will man sich nicht gleich nach den ersten Schritten einer unangenehmen Rutschpartie aussetzen. Keine Frage, dass wir auch viel Wissenswertes über Gletscherverläufe, die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf die Gletscher, etc. erfuhren. Einmal unterwegs war ich mir sehr schnell darüber im Klaren, dass ich tatsächlich jeden Schritt, jedes Fußaufsetzen mit Bewusstsein ausführen musste, wenn ich nicht augenblicklich ins Rutschen kommen wollte. Und wenn wir uns auch, wie ich es empfand, auf einem absolut menschenfeindlichen Gelände bewegten, so kam ich doch nicht umhin, auch hier die herbe Schönheit eines Gletschers zu bewundern.

Ich hatte für die Gletscherwanderung entschieden, meine Fotoausrüstung zu Hause zu lassen; glücklicherweise hatte Walter für alle Fälle die Lumix in seiner Jackentasche!

Nach Rückkehr von unserer Gletscherwanderung und einer erholsamen Pause begaben wir uns am Spätnachmittag an den Strand in der Nähe der Gletscherlagune Jökulsárlón. Ein dramatisches Schauspiel erwartete uns: Die vom Sturmwind aus der Lagune ins offene Meer getriebenen Eisblöcke wurden hier von den heranbrandenden gischtsprühenden Meereswogen umtobt, auseinander gebrochen und schließlich zermalmt. Manche jedoch wurden zu den wundersamsten Eisdiamanten geschliffen, glasklar und buntfarbig glänzend.

  
16. Tag

Jökulsárlón, Ófaerufoss, Eldgjá, Landmannahellir

 

Am Vormittag erlebten wir noch einmal die ganze Faszination der Gletscherwelt: Wir unternahmen eine Fahrt mit dem Zodiac-Schlauchboot auf der Gletscherlagune Jökulsárlón. Petrus war uns hold: Die Sonne strahlte aus einem blauen Himmel und es herrschte nahezu Windstille, so dass wir auf der Fahrt über die Gletscherlagune entspannten Herzens die Eisschönheiten bestaunen und genießen konnten.

Erfüllt und innerlich gehoben vom Anblick der überaus reizvollen Eisgebilde setzten wir unsere Reise fort. Sie führte uns durch das südliche Hochland über die Hochlandpiste F 208 zur Eldgjá, eine der größten Vulkanspalten der Erde. Hier hatte unser Reiseleiter Matthias fürsorglich eine Wanderpause zum Ófaerufoss eingeplant, damit wir uns vor der sich anschließenden mehrstündigen Fahrt über die Hochlandpiste bis Landmannahellir noch einmal „auslaufen“ konnten. Und so war es dann auch: Nach einer kurzen Wanderung in der Eldgjá gelangten wir, wie kann es anders sein, wieder einmal zu einem der malerischen Wasserfälle Islands, dem Ófaerufoss.

Die Fahrtstrecke von der Eldgjá bis nach Landmannahellir nahm alles in allem ca. vier Stunden in Anspruch während derer wir nicht umhin kamen, Matthias Fahrkünste, seine Ruhe und Gelassenheit gegenüber allen Widrigkeiten einmal mehr zu bewundern. Abgesehen von der abenteuerlichsten Bodenbeschaffenheit der Hochlandpiste, wobei es zusätzlich bergauf und bergab ging, ganz zu schweigen von teilweise haarsträubenden Haarnadelkurven, hatte er sage und schreibe 21 Flussläufe zu durchqueren und bei ca. acht bis zehn der Furten hielt ich innerlich den Atem an. Es war sehr spannend, aber auch sehr schön. Schon dieser absolut grandiosen Landschaft wegen, die an uns vorüber zog. Ich war vollkommen bezaubert. Schade, schade, dass keine Zeit blieb für ein paar Fotostopps, um auch von dieser Landschaft Eindrücke zu vermitteln. (Das nächste Mal !!!)

Landmannahellir, gelegen in einer weiten, grünen Ebene mit kristallkaren Flüssen und Seen, ist der Name Musik geworden in meinen Ohren. Wir kamen am frühen Abend an und die Hüttenverwaltung empfing uns mit zwei Nachrichten: Einer guten und einer schlechten. Die gute: Statt einer Hütte durften wir uns auf zwei Hütten verteilen. Die schlechte: Das Wasser in den Wasserleitungen zu unseren Hütten war eingefroren, aber sie bemühten sich, den Schaden zu beheben – bis spätestens morgen. Ein kurzes Schlucken – aber: Unsere Islandfreude war ungebremst. Das bisschen eingefrorene Wasser konnte uns doch nichts anhaben. Ruckzuck war unser Gepäck in den Hütten verstaut, kein Problem mit der Bettenverteilung. Die einen wollten es eher warm haben zum Schlafen, wobei die Gasheizung vorzüglich funktionierte und die anderen wollten es eher kühl. Dann, bepackt mit Töpfen, Schüsseln und Flaschen zogen wir los, um uns mit Wasser zu versorgen und während wir später mit Heißhunger und gutem Appetit bei Kerzenlicht, Strom gibt es dort oben im Hochland nicht, noch beim Abendessen saßen und es uns gut gehen ließen, kam die frohe Botschaft: Das Wasser fließt wieder.

Die Nacht in Landmannahellir. Tiefe Dunkelheit hatte sich ausgebreitet. Der Himmel war von einer dichten Wolkendecke überzogen, heftigster Wind war aufgekommen, der sich bis zur Nachtmitte in einen orkanartigen Sturm ausgeweitet hatte, der die Holzhütten auf das Heftigste angriff, an ihnen zerrte, dass sie bebten. An Schlaf war eher weniger zu denken. Aber wie strahlten wir am nächsten Tag:  Der Morgenhimmel, einmal mehr auf dieser Reise durch das wundervolle Island, leuchtete uns in jungfräulichem Morgenlicht rein und zart entgegen. Wir durften uns schon jetzt auf einen herrlichen Wandertag freuen.

  
17. Tag

Landmannalaugar, Kjaftalda, Graenagil, Laugahraun, Brennisteinsalda, Laugavegur

 

Landmannalaugar – ein Name mit magischem Klang für alle, die Island lieben und Hingabe empfinden für die einmalige Schönheit dieser Berglandschaften.

„Alle Seiten Islands“ – unter diesem Motto stand unsere dreiwöchige Reise und eigentlich wäre das Wandergebiet um Landmannalaugar es Wert gewesen, ein paar Tage hier zu verweilen. Wir hatten für dieses wundervolle Wandergebiet einen Tag zur Verfügung – aber: (Wieder einmal ein Aber:) Matthias, unser Reiseleiter, schaffte es, dass wir uns den größtmöglichen Einblick in diese grandiose Landschaft erwandern konnten.

Unsere erste Wanderung führte uns von Landmannalaugar aus hinauf auf den Kjaftalda. Hier ließen wir uns bei einem herrlichen Rundblick von den faszinierenden Farbkontrasten der umliegenden Bergketten bezaubern. 

Wieder in der Ebene von Landmannalaugar angelangt, führte uns unsere zweite Wanderung  durch die Schlucht Graenagil, über das Lavafeld Laugahraun zu den Fumarolen und Schlammtöpfen am Fuße des Vulkans Brennisteinsalda. (Fumarolen sind Dampf- und Gasaustritte im Bereich vulkanisch aktiver Gebiete, wie hier am Brennisteinsalda). Hier traten wir über den Laugavegur den Rückweg nach Landmannalaugar an, vorbei an den Ausläufern des Lavafeldes Laugahraun, den saftig grünen Moos-Wiesen, die durchschlängelt waren von klaren Gletscherbächen und immer mit der Aussicht auf die bunten Rhyolithberge Islands.  

  
18. Tag

Hekla, Haifoss

 

 

Bei bedecktem Himmel erlebten wir die Weiterfahrt über die Hochlandpiste Fjallabaksvegur nyrthri, die F 225. Schaudern machte mich die äußerst karge und menschenfeindlich anmutende Landschaft um den Vulkan Hekla, besonders auch, wenn ich mir vorstellte, dass die Hekla, die zu den aktivsten Vulkanen Islands gehört, wieder ausbrechen würde – schließlich deuten die jüngsten Messungen darauf hin, dass mit einem Vulkanausbruch  jederzeit wieder zu rechnen sei. Im Volksmund wird die Hekla nicht umsonst als „Tor zu Hölle“ bezeichnet und in der Mythologie Islands nimmt dieser Vulkan einen wichtigen Platz ein.

 

Bevor wir uns auf den Weg machten zu unserem neuen Quartier in Mýrdalur, im Süden Islands, machten wir einen Abstecher zum Haifoss, dem zweithöchsten Wasserfall Islands. Der Haifoss war unter den vielen mächtigen und beeindruckenden Wasserfällen Islands für mich von einer besonderen Schönheit und übte in seiner grazilen Schlankheit einen einzigartigen Zauber auf mich aus. 122 Meter, so kann man nachlesen, stürzt er in die Tiefe und strömt in einem malerischen Canyon dem Meer zu. Der Regen, der sich mittlerweile eingestellt hatte, konnte nicht verhindern, mich dankbar diesem Naturschauspiel hinzugeben und mich zu freuen, dass ich hier sein durfte.

  
19. Tag

Vík, Seljalandsfoss, Skogafoss, Dyrhólaey

 

Ein wundervoller Tag „under conditions“: Nieselregen, vom Morgen bis zum Abend. Für manch Einen vielleicht ein verlorener, trüber Tag. In mir weckten Regen, Nebel und Wolken, der lang gezogene schwarze Strand Reynisfjara bei Vík í Mýrdal (der "Bucht im Moortal"), die Lust auf schwarz-weiß Fotos, jedoch nur so lange, bis wir am Seljalandsfoss ankamen. Regen und Nebel brachten die Farben hier erst so richtig zum Leuchten. Das Besondere des Seljalandfoss ist, dass man ihn nicht nur von vorne bestaunen kann. Man kann hinter ihm in einer Felsaushöhlung vorbeigehen. Es war ein herrliches Erlebnis, durch die Wasserschleier hindurch ins Freie zu schauen, dabei dem vom Wind her gewehten sanften Sprühwasser das Gesicht entgegen zu halten und die kühle Feuchtigkeit auf der Haut zu spüren. 

Vom Seljalandsfoss fuhren wir weiter zum Skogafoss, der sich über eine Breite von 25 Metern 60 Meter in die Tiefe stürzt. Ich konnte nicht widerstehen und stieg die vielen Stufen zur Absturzkante hinauf. Ein herrlicher Blick in die Ebene belohnte die Mühe.

Nun war es höchste Zeit für einen Imbiss. Im Naturkundemuseum von Skógar konnten wir nicht nur die knurrenden Mägen mit feinen Salaten, belegten Sandwiches, Blaubeerkuchen und Kaffee beruhigen, auch unser Wissensdurst wurde für diesen Tag in dem neu gebauten Museum Skógasafn befriedigt. Hatten wir mit diesen Erlebnissen für heute nicht eigentlich genügend Eindrücke gesammelt? – Aber was wäre ein Rundreise durch Island ohne einen Besuch des Kap Dyrhólaey, einer Halbinsel im Süden Islands, entstanden vor erst 80.000 Jahren bei einem submarinen Vulkanausbruch. Wenngleich sich der Tag auch schon seinem Ende zu neigte, nutzten wir die Gelegenheit und beendeten an diesem besonderen Küstenabschnitt unseren Tagesausflug. Der Anblick auf die drei Felsnadeln Skessudrangar, Landdrangar und Langhamrar und das berühmte Felsentor vom Kap Dyrhólaey werden mir unvergesslich bleiben. Als wir schließlich zu weit vorgeschrittener Stunde wieder in unserem Quartier waren, dankten wir Matthias einmal mehr für seine Bemühungen, uns nach Möglichkeit wirklich alle Sehenswürdigkeiten Islands zu zeigen.

  
20. Tag

Heimaey, Vestmannaeyar

 

 

Was wäre eine Island-Rundreise ohne den Besuch von Heimaey, eine der Westmänner Inseln, auf isländisch Vestmannaeyjar. Wir hatten tatsächlich das Glück, auch Heimaey, der gleichnamigen Ortschaft der Insel einen Besuch abzustatten. Nach dem gestrigen Regentag hatten wir heute wieder strahlend blauen Himmel. Gleich nach unserer Ankunft konnten wir mit dem Boot eine Inselumrundung unternehmen und einmal mehr bewunderte ich die Vielfalt bizarrer Felsformationen und wundervolle Farbschattierungen vor allem in einer der Felsgrotten, in der der Kapitän des Ausflugsbootes zu unser aller Entzücken auch noch ein Solostück auf seinem Saxophon spielte – es war sehr romantisch. Und an Fotomotiven in der Felsgrotte hatte es wahrhaft keinen Mangel, aber das unglaublich Ärgerliche passierte: Ich hatte nicht bemerkt, dass sich bei der Einstellung meiner Kamera ein Fehler eingeschlichen hatte. Das war garantiert der „Foto-Pumuckl“. Als ich es bemerkte, half alles grün und blau ärgern nichts. Von hier gibt es definitiv keine Fotos zu sehen.

Wieder festen Boden unter den Füßen bestiegen wir den Vulkankegel Eldfell (Feuerberg). Der Eldfell ist ein Vulkanberg, der im Jahr 2013 gerade mal 40 Jahre jung wird, denn er entstand erst im Jahr 1973 bei einem Vulkanausbruch auf Heimaey und seitdem gibt es auf dieser Insel zwei Vulkanberge, den Helgafell und den Eldfell. Beim Aufstieg auf den Eldfell pfiff ein eiskalter stürmischer Wind und wenn ich auch meine Jacke bis oben hin gut zugezogen hatte, war es doch noch ziemlich kalt und meine Hände wurden ganz schön klamm. Aber wie atemberaubend herrlich war der Ausblick von hier oben und trotz Kälte konnte ich die Aussicht so richtig genießen, denn: Kaum zu glauben, aber wahr! Als ich mich auf dem Eldfell niederließ, versank ich in einer wohltuenden Wärme! Ja, der Eldfell spendete eine Wärme, die mich an die Wärme der Kachelöfen aus meiner Kindheit erinnerte. Diese Wärme brachte es fertig, das nahende Ende unseres Island-Urlaubs ein wenig, ein ganz winziges Klein-Wenig, abzumildern.

Meine fotografischen Reiseskizzen durch „Alle Seiten Islands“ enden hier und vielleicht hat meine Begeisterung und Liebe zu Island bei dem Einen oder Anderen eine ansteckende Wirkung. Das würde mich natürlich freuen!